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JAHRESKREIS
33. WOCHE - DIENSTAG

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TREUE UND LOYALITÄT

Das Beispiel des Eleasar.
In Gott fest verankert.
Das Beispiel des Thomas Morus.

I. Die Stelle aus dem zweiten Buch der Makkabäer, die wir in einer der heutigen Lesungen1 hören, paßt zur Atmosphäre dieser letzten Tagen des Kirchenjahres, weil in ihr von Treue bis zum Tod die Rede ist. Die beiden Makkabäer-Bücher berichten vor allem vom Kampf des jüdischen Volkes im 2. Jahrhundert v. Chr. gegen die Fremdherrschaft der Seleukiden, die nach dem Tode Alexanders des Großen in Syrien herrschten und sich Palästinas bemächtigt hatten. Der König Antiochus - von jüdischen Parteigängern unterstützt - hatte eine starke Verfolgung gegen Israel entfesselt. Der Tempel wurde geschändet und der Kult an Jahwe durch die Verehrung griechischer Gottheiten ersetzt, die Feier des Sabbats wurde verboten, zu ihrer Erbitterung mußten die Einwohner sich jeden Monat am Geburtstag des Königs zum Opfermahl führen lassen, und am Fest der Dionysien zwang man sie, zu Ehren des Dionysos mit Efeu bekränzt in der Prozession mitzugehen. Alle sollen, so des Königs Wille, zu einem einzigen Volk werden, und jeder solle seine Eigenart aufgeben3.

Ein kleiner, größenwahnsinniger Fürst tyrannisiert ein fremdes Volk - ein bedrückendes Phänomen, das sich durch die Jahrhunderte wiederholt. Viele fügen sich. Andere resignieren und ergeben sich schließlich ins Unvermeidliche. Wieder andere denken nicht in Kategorien der Macht und verweigern sich. Eleasar - ein Mann von hohem Alter und edlen Gesichtszügen - weigerte sich, zu essen, was man nicht essen darf. Er wies den Vorschlag mancher Schwachgesinnten zurück, er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen dürfe, und es selbst zubereiten. Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch esse. Aber Eleasar wollte nicht einmal den Anschein erwecken, er wäre dem Glauben seiner Vorfahren untreu geworden; er hielt Sich-Verstellen für unwürdig und ärgerniserregend gegenüber seinem Volk: Wenn ich jetzt heucheln würde, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, würde ich sie irreleiten, meinem Alter aber Schimpf und Schande bringen. Vielleicht könnte ich mich für den Augenblick der Bestrafung durch die Menschen entziehen; doch nie, weder lebendig noch tot, werde ich den Händen des Allherrschers entfliehen. Eleasar wurde zur Hinrichtung geführt. Er sprach: Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiß, daß ich dem Tod hätte entrinnen können. Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen, meine Seele aber erträgt sie mit Freuden, weil ich ihn fürchte.

Der unbekannte Verfasser des Buches schließt den Bericht: Durch seinen Tod hinterließ er nicht nur der Jugend, sondern den meisten aus dem Volk ein Beispiel für edle Gesinnung und ein Denkmal der Tugend.

Eleasar liefert ein Beispiel, das immer gilt. Immer wieder begegnen uns im Laufe der Geschichte Menschen, die in unerschütterlicher Glaubenstreue unzählige Nachteile auf sich genommen haben. Auch unsere Zeit kennt solche Gestalten.

Treue und Loyalität werden einem gottfernen Milieu oft unverständlich erscheinen. Die vielen, die inmitten von Verfolgung oder Verständnislosigkeit mutig Zeugnis geben, reihen sich in die Reihe jener ein, denen Jesus verheißt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.4 Gerade dies ist der letzte Grund der Treue. Sie wissen: »Das Leben reicht weiter als unsere biologische Existenz. Wo es nichts mehr gibt, wofür zu sterben sich lohnt, da lohnt sich auch das Leben nicht mehr.«5

II. Das Wort fideles, mit dem man die ersten Christgläubigen bezeichnete6, bedeutet auch »die Getreuen« Fides und fidelitas, Glaube und Treue, erweisen sich sprachlich als verwandt. Durch den Glauben gibt der Mensch »Gott, der sich offenbart, mit seinem ganzen Wesen seine Zustimmung«7. Treue ist das beharrliche innere Feststehen, das ja zu Gott, das trotz äußerer Schwierigkeiten und innerer Bedrängnisse nicht wankt: Fürchte dich nicht vor dem, was du noch erleiden mußt. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, um euch auf die die Probe zu stellen, und ihr werdet in Bedrängnis sein, zehn Tage lang. Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.8

Jeder ahnt, »daß die echte Treue ein unerläßlicher Bestandteil aller sittlichen Größe, aller wahrhaften Tiefe und Kraft einer Persönlichkeit ist. Sie ist das Gegenteil bloßer bourgeoiser Biederkeit oder eines bloßen Festhaltens an Gewohnheiten. (...) Ohne die Grundhaltung der Treue keine Kultur, kein Erkenntnisfortschritt, keine Gemeinschaft, vor allem aber keine sittliche Persönlichkeit, kein sittliches Wachstum, kein gehaltvolles, innerlich einheitliches Leben und keine wahre Liebe.«9 Deshalb wird dieses Feststehen zu allen Zeiten gepriesen: von der Lebensweisheit im Alten Testament bis zu den Werken großer Dichter.

Manche Hindernisse für die Treue kommen von außen, andere aber aus dem Inneren des Menschen, besonders von Hochmut und Lauheit. Treue besagt lebendige Beziehung, die jedoch brüchig wird, sobald man nicht mehr zu ihr steht. Der Hochmut höhlt die Beziehung zu Gott aus, er zersetzt die Freude der Nachfolge, er will sich vom göttlichen Entwurf emanzipieren zugunsten eigener Lebensentwürfe, die sich früher oder später als Sackgassen erweisen. Lauheit führt zum Überdruß.

Die eigene Treue wird konkret und festigt sich im fügsamen Eingehen auf die Anregungen der geistlichen Leitung und im Bemühen um ein lebendiges Beten. Der selige Josemaría Escrivá sagt: »Ich muß oft an die Wegmarkierungen denken, die ich als Kind in den Bergen meiner Heimat gesehen habe. Es waren lange Holzpflöcke, meistens rot angestrichen. Damals erklärte man mir, daß sie den Wanderern sichere Orientierungspunkte gäben, um nicht vom Weg abzukommen, wenn der hohe Schnee die Pfade und Felder, Wälder und Weiden, Felsen und Schluchten bedeckt.

Auch im inneren Leben gibt es ähnliches: Frühling und Sommer, aber auch Winter, Tage ohne Sonne und mondlose Nächte. Wir dürfen nicht zulassen, daß unser Umgang mit dem Herrn von augenblicklicher Laune oder von Gemütsschwankungen abhängig wird. Denn das wäre ein Zeichen von Egoismus und Bequemlichkeit, und selbstverständlich mit der Liebe unvereinbar.

Deshalb werden also einige Frömmigkeitsübungen, die - ohne Sentimentalität - in uns fest begründet, tief verwurzelt und der jeweiligen konkreten Situation angepaßt sind, bei Schnee und Sturm wie die rotgestrichenen Pflöcke unserem Weg die Richtung weisen, bis die Sonne wieder scheint, das Eis schmilzt und das Herz von neuem vibriert und brennt. Das Feuer war ja niemals erloschen; es war nur unter der Asche einer Zeit der Bewährung, nachlassenden Einsatzes oder geschwächten Opfergeistes verborgen.«10

III. Die Treue des Eleasar blieb nicht ohne Wirkung, sie festigte die Treue vieler. Ohne Treue schleichen sich Ungewißheit und Mißtrauen in das menschliche Miteinander ein, das dann den jeweiligen »taktischen« oder »praktischen= Überlegungen ausgeliefert ist, in der Gesellschaft, im Familien- oder Geschäftsleben. Viele spielen des Geldes, Vergnügens oder des Ansehens wegen mit ihren religiösen, gesellschaftlichen oder familiären Pflichten. Andere erachten die Lüge oder das Manip« berlegungen ausgeliefert ist, in der Gesellschaft, im Familien- oder Geschäftsleben. Viele spielen des Geldes, Vergnügens oder des Ansehens wegen mit ihren religiösen, gesellschaftlichen oder familiären Pflichten. Andere erachten die Lüge oder das Manipulieren von Informationen als nicht weiter tragisch, solange es der Karriere dient. Stehen zu seinem Wort und zu den übernommenen Pflichten scheint lästig, »unpraktisch« auch in der ehelichen Treue. Doch Treue ist »ein Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen« wie Johannes Paul II. bei seinem ersten Besuch in Deutschland ausrief: »Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.«11

Thomas Morus, Lordkanzler Heinrichs VIII., ist ein leuchtendes Beispiel der Treue an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, inmitten eines gewaltigen europäischen Umbruchs. In einem Brief vom August 1534, knapp ein Jahr vor seiner Hinrichtung, zu einem Zeitpunkt, da sein Los noch nicht entschieden war, schreibt er an seine Tochter Margaret: »Es mag seltsam klingen, wenn ich dir sage: ein Mann kann seinen Kopf verlieren, ohne dabei an seiner Seele Schaden zu leiden. Ich hoffe zwar, Gott werde es nicht zulassen, daß ein guter und weiser Fürst die langjährigen Dienste eines treuen Untertanen mit solchem Undank vergilt. Ich will aber dennoch nicht vergessen, daß solche Fälle auf dieser Welt keineswegs unmöglich sind. Ich habe auch den Rat des Evangeliums bedacht, wonach man zuerst die Kosten berechnen soll, bevor man eine Burg zum Schutz seiner Seele erbaut. In manch einer ruhelosen Nacht, während meine Frau schlief und auch mich schlafend wähnte, überdachte ich alle Gefahren, die mir begegnen könnten. Ich zog alle Möglichkeiten in Betracht. Selbst das größte Unglück kann mich nicht unvorbereitet treffen. Oft wurde mir das Herz schwer bei solchen Gedanken; aber nicht einmal das atemberaubendste Angstgefühl konnte mich zu einer Sinnesänderung bringen Und auf die Erwiderung seiner Tochter, wenn es wirklich zum Äußersten käme, werde er vielleicht Seine Meinung doch noch ändern, dann aber sei es wahrscheinlich zu spät, antwortet Thomas: »Zu spät, meine Tochter? Ich flehe zu Gott, daß keine praktische Möglichkeit einer Rettung mehr bestehen möge, wenn ich meinen Sinn doch noch ändern wollte. Denn jede andere Haltung kann mein Seelenheil nur gefährden, besonders, wenn sie einem bloßen Angstgefühl entspringt. Deshalb möge Gott mir die Kraft verleihen, meinen bisherigen Einsichten treu zu bleiben.«13

Thomas Morus weiß: »Wenn er nicht schwach wird, dann nur, weil Christus ihn aufrechthält. Falls ihn aber die Kräfte doch verlassen sollten, wird Christus ihn wieder aufrichten wie einst den heiligen Petrus: >Sollte ich plötzlich doch noch zum Nachgeben bereit sein, wenn meine Furchtsamkeit mich den falschen Weg gehen ließe, so will ich daran denken, wie der heilige Petrus bei einem Windstoß Christus anrief und ihn bat, ihm doch zu helfen. Ich bin überzeugt, er wird mir seine heilige Hand reichen und mich vor dem Ertrinken in stürmischer See erretten.<.«14

Eleasar im alten Israel, Thomas Morus an der Schwelle zu unserer Zeit, die vielen bekannten und unbekannten Märtyrer unseres Jahrhunderts vor Augen, bitten wir den Herrn, er möge uns Treue und Beharrlichkeit schenken. Meistens wird sie sich im Kleinen bewähren müssen, gelegentlich vielleicht auch in Situationen, in denen vieles auf dem Spiel steht. Aber immer wird es geringfügig sein im Vergleich zur endgültigen Freude im Herrn: Du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!15

2 Makk 6,18-31. - 2 2 Makk 6,7. - 3 1 Makk 1,41. - 4 vgl. Mt 5,12. - 5 J.Ratzinger, Zur Gemeinschaft gerufen - Kirche heute verstehen, Freiburg 1991, S.146. - 6 vgl. Apg 10,45; 2 Kor 6,15; Eph 1,1. - 7 Katechismus der Katholischen Kirche, 143. - 8 Offb 2,10. - 9 D.v.Hildebrand, Sittliche Grundhaltungen, Regensburg 1969, S.38. - 10 J.Escrivá, Freunde Gottes, 151. - 11 Johannes Paul II., Ansprache in Köln, 15.11.1980. - 12 P.Berglar, Die Stunde des Thomas Morus, Olten 1978, S.304. - 13 ebd. - 14 ebd., S.305. - 15 Mt 25,21.

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