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JAHRESKREIS
2. WOCHE - MITTWOCH

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Aus der Sicht des Glaubens

Zwei Sehweisen.

Alles von Gott her sehen, auf Gott hin tun.

Glauben und natürliche Tugenden.

 

I. Jesus betrat eine Synagoge und begegnete dort einem Menschen, dessen Hand verdorrt war1. Der Kranke lenkt alle Blicke auf sich - die kritischen Blicke der Gegner Jesu, die wieder einmal die Chance wittern, den Herrn doch noch zu Fall zu bringen, und den barmherzigen Blick Jesu, dem keine Not entgeht. Jesus läßt den Kranken in die Mitte treten und wendet sich zunächst an seine Gegner: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Mit dieser Frage will er ihnen zeigen, wie verknöchert ihre Auffassung vom Gesetz ist. »Heilung am Sabbat war nur bei Lebensgefahr gestattet. (...) Wie spielend und schlagend hat er immer eine Antwort auf ihre Fragen gewußt. Jetzt stellt er die Frage, und schon sind sie in der Enge. Absichtlich hat er die Lage so gestaltet, daß sie sehen, wohin ihre Gesetzesauffassung führt. Ihre Sabbatheiligung hindert das Gute und führt letztlich zum Verderben des Menschen. Zumindest mordet sie die Seele. Leben und Seele ist dasselbe Wort im Griechischen und Hebräischen. Daher schließt die zweite Frage auch dies ein: eine Seele retten oder morden!«2

Sie aber schwiegen, heißt es. Jesus sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Diesen muß beim Hören der Worte Jesu ein großes Zutrauen erfaßt haben. Er verläßt sich auf Jesus und tut, was er ihm befiehlt: Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund.

Ist das schon Glauben? Nicht der übernatürliche Glauben an den Gottessohn, aber doch Glauben in dem Sinne, daß er sich Jesus öffnet. Das Wunder zeigt uns, daß wir, wenn wir wirklich glauben, Ziele erreichen können, die wir für unerreichbar hielten. In der Kraft des Glaubens lassen sich viele Knoten lösen.

Der Geheilte verließ sich ganz auf Jesus. Vielleicht haben wir einmal versucht, eine gute Eigenschaft zu festigen, eine ungute Gewöhnung loszuwerden - und dann entmutigt aufgegeben. Fragen wir uns jetzt - im Lichte des heutigen Evangeliums -, ob wir dabei nicht zuviel auf uns selbst und zuwenig auf den Herrn vertraut haben?

Die Pharisäer teilten die Freude des Geheilten nicht; sie gingen hinaus und faßten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluß, Jesus umzubringen. Ihre Entschlossenheit erklärt, weshalb der Herr sie vor der Heilung voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz angesehen hatte. »Daß der Eifer für das Gesetz den Menschen so verblenden und verhärten kann, daß er das Gute nicht mehr anerkennen will, wo es ihm andersgeartet entgegentritt, ist schon Tragik sondergleichen. Aber noch furchtbarer wird alles, wenn sie vollends kalt und ohne Bedenken den Tod dessen beschließen, der nur die Liebe kennt. Ein Warnungssignal voll trauriger Deutlichkeit ist dies für die menschliche Beschränktheit und Enge, die gerade im Eifer für das Gesetz Gottes das wahrhaft Gute zertreten kann.«3

 

II. Der Herr fordert den Kranken auf: Streck deine Hand aus! Er verlangt eine kleine Anstrengung. Von uns erwartet der Herr etwas Ähnliches: »daß der Christ gerade in seinem Alltagsleben, in den einfachen Dingen, in den ganz gewöhnlichen Situationen Glaube, Hoffnung und Liebe lebt, denn darin äußert sich wesenhaft das Verhalten eines auf die göttliche Hilfe vertrauenden Menschen.«4

Der Glaube soll die großen und kleinen Entscheidungen unseres Lebens durchdringen. Das Credo soll nicht nur Wissen, sondern tätiges Bekennen sein.

Aber wie? Indem man alles von Gott her sieht und auf Gott hin tut, eine Haltung, die man auch »übernatürliche Sicht= nennt. Sie mag uns in bestimmten Augenblicken unseres Lebens - angesichts eines großen persönlichen Erfolgs etwa - nicht schwer fallen. Wie aber, wenn es um die unscheinbaren, glanzlosen Dinge unseres Alltags geht? Christen machen die gleichen Alltagserfahrungen wie ungläubige Menschen. Der Glaube verwandelt diese Erfahrungen nicht auf magische Weise, das heißt, die Arbeit bleibt Arbeit, Schmerz bleibt Schmerz, Frust bleibt Frust. Aber die Bindung an Christus und die Erhellung des eigenen Lebens durch das Licht des Evangeliums bringen es mit sich, daß solche Erfahrungen für den Christen in einem anderen Licht erscheinen (... ). Für den einen sind ein kurzes Leben und ein früher Tod sinnlos und ungerecht, der andere nimmt beides an in der Ergebenheit einer Selbstbescheidung, die weiß, daß die bleibende Lebensgabe nicht zu ertrotzen, sondern nur als Geschenk zu haben ist. Kurz: Zwei tun dasselbe - aber sie tun doch nicht dasselbe. Der Unterschied liegt darin, daß der eine >um die Ecke schauen kann<. Und dieser Blick erlaubt es ihm, die Dinge anders zu sehen und zu verstehen. (...) Ein gläubiger Blick um die Ecke kann dazu führen, daß einer in den vielfältigen Situationen des Alltags menschlicher, bewußter reagiert.«5

Der Glaube ist also nichts Äußerliches, er erfaßt den ganzen Menschen. Deshalb die Mahnung des heiligen Paulus an die Christen in Philippi: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!6

Gnade und Natur, übernatürliche und natürliche Tugenden verschmelzen im gewöhnlichen Leben eines Glaubenden. Ein Bildstock am Weg kann genauso zu einem Stoßgebet führen wie eine schwierige Situation bei der Arbeit oder in der Familie, wie ein Schmerz oder eine Krankheit. Auch aus solchen profanen Situationen kann die Bitte um Licht und Kraft erwachsen. Man setzt dann trotz Müdigkeit die begonnene Arbeit fort; bleibt dem Freund verbunden, der sich unzugänglich für einen geistlichen Wink zeigt, kurz: man wartet gelassen auf die Früchte, denn »die Pflugschar, die den Acker umbricht und in ihm die Furchen zieht, sieht weder den Samen noch die Frucht.«7

Strecke deine Hand aus, die Aufforderung des Herrn an den Kranken, ist gleichzeitig eine Aufforderung des Herrn an uns, beständig Glaube, Hoffnung und Liebe zu üben. Immer wieder sagt uns der Herr: versuche es von neuem, bemühe dich weiter. Übe den Glauben nicht nur beim Beten, am Sonntag oder in extremen Situationen, sondern gerade im Alltag: beim Sport, im Büro, im Verkehrsgewühl. Sieh den Glauben nicht als ein abstraktes »Ideal« laß ihn alles, was du tust, durchdringen und beseelen. Dann erhält auch das scheinbar Sinnlose einen Sinn, den nur Gott kennt.

 

die Hand ausstrecken, damit, was verdorrt ist, aufs neue die Spannkraft des Glaubens erhält - so könnte man das geistliche Leben umreißen. »Erschließt sich unser Geist dem Hauch der Gnade, stimmt er ihrem Wirken zu und arbeitet er auch nur ein wenig mit, so wird Gott uns stärken, uns führen und geleiten von Liebe zu Liebe, bis zu jenem lebendigen Glauben, der für unsere Umgestaltung notwendig ist.«8 Wenn hingegen das geistliche Leben als eine leidige Angelegenheit, eine beschwerliche Pflicht, als frustrierend oder zeitraubend betrachtet wird, dann ist der lebendige Glaube verdorrt.

Aus der Sicht des Glaubens dagegen erscheint der Kampf um die Tugend, auch menschlich gesehen, als bereichernd. Denn »Tugend bedeutet nicht die Bravheit und Ordentlichkeit eines isolierten Tuns oder Lassens. Sondern Tugend bedeutet: daß der Mensch richtig >ist<, und zwar im übernatürlichen wie im natürlichen Sinne.= 9 Die übernatürliche Sicht - das gläubige Gespür für die Gegenwart Gottes - schärft den Blick für die Reichtümer dieses Richtigseins. Wie vollendet muß die Menschlichkeit des Herrn gewesen sein, die selbst seine Widersacher - obwohl mit verkehrter Absicht- zugeben: Wir wissen, daß du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen, denn du siehst nicht auf die Person.10

Man lernt die natürlichen Tugenden eines »guten Menschen« schätzen und sieht in den Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß mehr »als nur etwa Stichworte in einem Verhaltenskatalog für den fairen, edlen oder humanen Bürger. Sie sind tiefer gegründet als die Prinzipien eines bürgerlichen Wohlverhaltens, das allein besorgt ist, die Spielregeln des gesellschaftlichen Lebens zu beachten. Sie sind verankert in der menschlichen Natur. Wir finden diese Tugenden nicht selten auch bei Menschen, die Jesus Christus nicht kennen oder erkennen. Doch Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei von Gott dem Menschen geschenkten Fähigkeiten - darum werden sie >göttliche Tugenden< genannt -, sind ihre eigentliche Quelle der Kraft.«11

Es ist wahr, daß uns die Heilige Schrift und das Leben der Kirche Beispiele vom überwältigenden Wirken der Gnade zeigen, das einen Menschen von Grund auf zu verwandeln vermag. Doch normal ist, daß die Gnade auf der Natur aufbaut. Die natürlichen Tugenden sind die Stütze für die übernatürlichen. Vernachlässigt man jene, wird das Fundament brüchig.

Die Pflege der natürlichen Tugenden schafft die Voraussetzungen dafür, ein glaubwürdiger Zeuge zu werden - als Mensch und als Christ. Und »der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind.«12 Und Zeugnis ist nicht in erster Linie das gesprochene Wort, sondern ein glaubwürdiges Verhalten - ob als Mutter, Arbeitnehmer, Arzt oder Student.

= 12 Und Zeugnis ist nicht in erster Linie das gesprochene Wort, sondern ein glaubwürdiges Verhalten - ob als Mutter, Arbeitnehmer, Arzt oder Student.Unsere Zeit braucht Zeugen, die - mit Worten von Papst Johannes Paul II. - »Experten im Umgang mit den Menschen sind, die das Herz des heutigen Menschen gründlich kennen, seine Freuden und Hoffnungen, Ängste und Sorgen teilen und zugleich beschauliche Freunde Gottes sein wollen. Dazu bedarf es neuer Heiliger. Die großen Evangelisatoren Europas waren die Heiligen. Wir müssen den Herrn bitten, daß er den Geist der Heiligkeit in der Kirche vermehre und uns neue Heilige sende, um die Welt von heute zu evangelisieren.«13

 

Mk 3,1-6. - 2 J. Dillersberger, Markus, Bd.I, Salzburg 1937, S.148. - 3 ebd., S.150. - 4 J. Escrivá, Christus begegnen, 169. - 5 Ch. Bockamp, Die Herausforderung des Alltags, in: Plädoyer für die Kirche, Aachen 1991, S.193-194. - 6 Phil 4,8. - 7 J. Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.215. - 8 Franz von Sales, Über die Gottesliebe, Einsiedeln 1985, S.72. - 9 Josef Pieper, Über das christliche Menschenbild, München 1950, S.19-20. - 10 Mt 22,16. - 11 Hirtenschreiben der deutschen Bischöfe 22.9.1977. - 12 Paul VI., Ansprache 2.10.1974. - 13 Johannes Paul II., Ansprache 11.10.1985.

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